Ministerpräsident beeindruckt: Natur und Geschichte Hand in Hand

Braunschweiger Zeitung, Wolfenbuettel - 15. September 2012 - Wolfenbüttel Lokales - Seite L70

 

Archäologie- und Landschaftspark Werla ermöglicht Blick in 6000 Jahre Kultur- und Menschheitsgeschichte

 

Von Karl-Ernst Hueske

WERLABURGDORF."Warum ist die Werla eigentlich nicht die Landeshauptstadt?", fragte ein gut aufgelegter Ministerpräsident David McAllister, nachdem ihm zuvor Schladens Samtgemeindebürgermeister Andreas Memmert die Bedeutung der Kaiserpfalz Werla nahegebracht hatte: "Die Werla ist ein Zeitfenster und erlaubt uns den Blick in 6000Jahre Kultur- und Menschheitsgeschichte."

 

An die Vorgeschichte des Archäologie- und Landschaftsparks Kaiserpfalz Werla, der sich laut Werlaburgdorfs Bürgermeister Helmut Wilm schon bereits vor der gestrigen offiziellen Eröffnung als Supermagnet für Besucher entwickelt habe, erinnerte der CDU-Landtagsabgeordnete Frank Oesterhelweg als Vorsitzender des Fördervereins: "Die Werla: Sie war bedeutungslos geworden, sie wurde abgetragen, als Steinbruch zweckentfremdet. Sie war fast vergessen, sie war unauffindbar, sie war im wahrsten Sinne des Wortes wie vom Erdboden verschwunden", ehe sie von Franz Kaufmann in den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts wieder entdeckt wurde. Oesterhelweg erklärte: "Die Werla ist ein Ort, der zwar einen bedeutenden Teil unserer Vergangenheit darstellt, aber auch ein wichtiger Teil unserer Zukunft sein wird."

Dabei war die Kaiserpfalz Werla ein besonderer Ort deutscher Geschichte. Sie war im 10. und 11. Jahrhundert ein zentraler Punkt in der alten ottonischen Königslandschaft nördlich des Harzes. Von hier aus regierten die ottonischen Könige ihr Reich. Hier wurden wichtige Entscheidungen über die Königsnachfolge getroffen. Letztmalig wurde im Jahre 1180 Reichstagsgeschichte geschrieben, als Kaiser Friedrich I. Barbarossa den Prozess gegen Heinrich den Löwen abschloss. All dies wusste Ministerpräsident David McAllister bereits, als er gestern zur Kaiserpfalz kam, um dort festzustellen: "Es ist richtig und wichtig, dieses einzigartige Zeugnis unserer Geschichte für die Nachwelt zu erschließen."


McAllister fühlte sich wie ein ottonischer König empfangen. Dudelsackklänge ertönten, die niedersächsische Fahne wehte am Westturm und der Landesherr wurde von Schladens Samtgemeindebürgermeister Andreas Memmert mit Lob überschüttet: "Sie geben uns heute als Hausherr der Werla durch die Eröffnung dieser einzigartigen Anlage europäischer Geschichte symbolisch unsere Vergangenheit zurück und Sie haben uns durch den Zukunftsvertrag und die Zahlung der Entschuldungshilfe in Höhe von 11,38 Millionen Euro am 9.Januar 2012 eine gute Zukunft zurückgegeben. Und ich freue mich auf die Sitzung des Dezemberplenums des Niedersächsischen Landtages, denn dort wird hoffentlich das Gesetz beschlossen, das zum 1.November 2013 die Einheitsgemeinde Schladen-Werla gründet."


McAllister sagte weitere Unterstützung für den Ausbau des Archäologie- und Landschaftsparks zu. Das Ergebnis sei jetzt schon beeindruckend: "Hier gehen Natur und Geschichte Hand in Hand."


 

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