"Ich liebe die Ruhe und die Einsamkeit"

Der Wolfenbütteler Heiner Biller pilgerte auf der Via Romea von Hornburg nach Würzburg

 

Braunschweiger Zeitung, Wolfenbuettel: 31. August 2012, Wolfenbüttel Lokales, Seite L39

 

Von Stephanie Memmert

 

HORNBURG. Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen. Voller Geschichten steckt Heiner Biller. Der Wolfenbütteler ist auf der Via Romea von Hornburg nach Würzburg gepilgert.

 

Die Via Romea ist ein Pilgerweg, der von Stade nach Rom führt. Abt Albert von Stade ist den Weg 1236 zum Papst nach Rom und zurück gegangen. Er hinterließ in seinen Reiseaufzeichnungen "Das Stader Itinerar" den nachfolgenden Generationen eine detaillierte Beschreibung des Weges. Durch sie konnte der Verlauf der Route rekonstruiert werden.

 

Biller ist am 4. August um 8 Uhr an der Hornburger Pilgerherberge Reinhards Pension gestartet. "Von Reinhard Pohl habe ich den ersten Stempel in meinem Pilgerausweis erhalten", erzählt er stolz. Den Pilgerausweis hatte er sich bei der St.-Jakobusbruderschaft in Trier besorgt.

 

Vorher war er nur im Besitz eines Touristenausweises, den er in Celle erhalten hatte. Biller ist nämlich schon vor zwei Jahren -sozusagen als Testpilot - auf der Via Romea unterwegs gewesen. Damals pilgerte er von Stade nach Hornburg.

Anfang August führte ihn der Weg zunächst von der Stadt Clemens' II. über das idyllisch gelegene Wasserleben nach Wernigerode. Dort verfolgte er, in der ersten Reihe sitzend, den größten Schützenumzug Sachsen-Anhalts. Weiter ging es nach Elbingerode und Hasselfelde. "Uli Eichler aus Wernigerode hat die Via Romea wirklich vorbildlich ausgeschildert", sagt Biller. Weitere Etappen waren Stiege, Neustadt, Nordhausen und Sondershausen.

 

Biller machte aber auch einen Abstecher zum Kloster Werningshausen, wo ihm Bruder Klaus wichtige Tipps für seine Pilgerroute gab. Bruder Klaus ist im vergangenen Jahr selbst von Werningshausen nach Rom gepilgert (wir berichteten).

 

"Man genießt die Natur, denkt über vieles nach und öffnet das Herz. Ich liebe die Ruhe und die Einsamkeit", erzählt Biller. Unterwegs habe er nur wenige Menschen getroffen. "Bei der Harzüberquerung kamen mir nur vier Personen entgegen, zwei Wanderer und zwei Pilzsammler. Im Thüringer Wald begegneten ihm zwei Wolfenbütteler.

 

In Schmalkalden half Biller dabei, ausgebüxste Jungstiere einzufangen. Zudem reparierte er den Elektrozaun der Koppel. In Bad Neustadt an der Saale schenkte ihm die Wirtin einen kleinen Schutzengel. In Würzburg grüßte er zwei Nonnen: "Gelobt sei Jesus Christus." Sie schauten ihn verdutzt an. "Wollen Sie mir nicht antworten? Dann antworte ich mir selbst: "In Ewigkeit Amen." Heiner Biller schmunzelt. Am 18. August kam er mit der Bahn nach Wolfenbüttel zurück.

 

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Brooke Sinha (Montag, 06 Februar 2017 13:43)


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