Teile der ersten Warmluftheizung ausgeliehen

Braunschweiger Zeitung, Wolfenbuettel: 23. August 2012, Wolfenbüttel Lokales, Seite L32

 

Exponate aus dem Schladener Heimathaus Alte Mühle werden in Magdeburg zu sehen sein

 

Von Hartmut Mahnkopf

 

SCHLADEN. Zwei Ausstellungsstücke aus dem Schladener Heimathaus Alte Mühle gingen gestern auf Reisen. Ein ganz erhaltener und ein halber Heißluftauslassstein aus Muschelkalk wurden in Kisten verpackt und von einer Spedition zum Kunsthistorischen Museum nach Magdeburg gebracht. Dort sind sie vom 27. August bis 9. Dezember während einer Ausstellung zum Thema "Otto der Große" zu sehen.

"Die Steine sind Eigentum des Heimathauses und dienen zum Nachweis der ersten deutschen Warmluftheizung nach der Römerzeit", erklärte Henning Schacht, der stellvertretende Vorsitzende des Förderkreises. Die Fundstücke stammen aus der Zeit, als Heinrich I. 919 mit dem Ausbau der Werla begann. Sie wurde 926 erstmals namentlich erwähnt. Wann die Steine in das Heimathaus gelangten, das konnte Schacht nicht sagen.

 

Von den ursprünglich sieben Fußbodensteinen, aus denen die Heißluft der Kellerheizung in die königlichen Wohngemächer strömte, sind heute nur die beiden ausgegrabenen Funde erhalten. Zur Regulierung konnten die Steine abgedeckt werden. Aus einem Heizraum wurde die Heißluft über Kanäle in die Wohnräume geleitet. Bei Ausgrabungen wurde 1939 die Warmluftheizung mit der Brennkammer freigelegt und bildlich festgehalten. Die Aufnahme ist mit einem Text in einer Vitrine des Heimathauses zu sehen.

 

Das Magdeburger Museum nahm wegen der anstehenden Ausstellung Kontakt zum Landesmuseum in Braunschweig auf. Dieses leitete die Anfrage an den Förderkreis der Alten Mühle weiter. Der half gerne und kann die Steine zum Jahresende in Schladen zurück erwarten.

 

 

 

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