Hornburger Solaranlage kommt aus Wolfenbütteler Freibad

Braunschweiger Zeitung, Wolfenbuettel: 20. Juni 2012, Wolfenbütteler Zeitung, Seite L33

 

Helfer des Hornburger Stadtbad-Trägervereins holten gebrauchte Heizung ab - Verein spart große Investition

 

Von Stephan Hespos

 

HORNBURG. Das Hornburger Stadtbad soll fortan mit Solarenergie beheizt werden. Möglich macht dies eine gebrauchte Anlage, die Helfer des Trägervereins nun aus Wolfenbüttel abholten. Der kostspielige Kauf einer neuen Heizung ist damit vom Tisch.

 

"Wir sparen mehrere tausend Euro", freut sich Arno Seifried. Der stellvertretende Vorsitzende des Trägervereins fasste gemeinsam mit einer Vielzahl Helfer an den zwei vergangenen Wochenenden selbst mit an. Das Team baute die aus dem Jahr 1992 stammende Absorber-Anlage des Freibads Okeraue ab, das aktuell in ein Allwetterbad umgebaut wird (wir berichteten ausführlich).

 

Matthias Tramp, Prokurist der Stadtbetriebe Wolfenbüttel GmbH, meint: "Wir freuen uns, den Hornburgern helfen zu können." Trotz des hohen Alters sei die Anlage langfristig nutzbar. "Nur für unseren Neubau eben nicht. Insofern hat sich das glücklich gefügt."

Der Trägerverein zahlte den Wolfenbüttelern nur einen symbolischen Betrag - "den Recyclingwert", wie Seifried erklärte. "Der Nutzen für uns ins immens, da unsere eigene Heizung kaputt ist. Wir hätten eine riesige Investition tätigen müssen, aber nicht können. Das Ganze ist ein Glückstreffer, den man manchmal eben braucht." Möglich wurde das Geschäft über gute Kontakte eines Hornburger Schwimmmeisters, der früher einmal in Wolfenbüttel gearbeitet hat.

 

Nach Auskunft Seifrieds war der Abbau der alten Anlage eine "grandiose Aktion". Die Dachdeckerei Fredersdorf sowie der Baustoffhandel Reuer und Co., beide in Hornburg ansässig, stellten ebenso wie Landwirt Hartmut Bartels logistische Hilfen zur Verfügung. Transportiert wurden neben Pumpe und Steuerungstechnik vor allem schwarze Kunststoffleitungen.

 

Laut Seifried sind 80 bis 90Prozent der Wolfenbütteler Anlage inzwischen abgebaut. Folgen sollen die Reste sowie eine kleine rote Rutsche und Startblöcke. "Die Heizung wird diese Saison noch in Betrieb gehen", sagt der stellvertretende Vorsitzende.

 

Unterdessen ist er auch froh darüber, mit der gebrauchten Anlage die Umwelt zu schonen. "Hätten wir eine Wärmepumpe gekauft, hätte diese erheblich mehr Energie gebraucht." Außerdem hätten die Stadtbetriebe Wolfenbüttel ihre Anlage wohl nur entsorgt.

 

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