Aus einer Zeit, als Ohrum an der A2 des Mittelalters lag

 

Braunschweiger Zeitung, Wolfenbuettel: 20. Juni 2012, Wolfenbüttel Lokales, Seite L37

 

Thomas Dahms hat ein Buch geschrieben - Es lädt zu einem Rundweg durch die Region ein

 

Von Stephan Hespos

 

OHRUM/HORNBURG. Über den vielen Verkehr haben sich die Menschen in Ohrum schon immer geärgert. "Seit der Wende rasen die Laster hier vorbei", stöhnt das Ehepaar Martin. Und Dr.Thomas Dahms muss schmunzeln, als er sie bei einem Spaziergang trifft.

 

Es ist nicht so, dass der Historiker kein Verständnis für das Problem hätte. Nur weiß er eben: "Ohrum lag einmal an der A2-im frühen Hochmittelalter." Natürlich gab es damals keine Autobahnen, wohl aber Handelswege. Okerfurt und Deitweg waren Teil einer wichtigen Verbindung zwischen Rhein und Elbe.

 

Den Eheleuten und Grundstückseigentümern kann das egal sein. Sie ärgern sich über das Hier und Jetzt. Und das verbindet sie mit einem Vater und seiner Tochter, die Dahms als Protagonisten für sein neues Buch entworfen hat.

"Stolpergeschichten" heißt das Werk. Der Autor sagt: "Es ist kein Geschichtsbuch, sondern ein Buch mit Geschichte." Die pubertierende Jugendliche reist mit ihrem Erzeuger durch die Jahrhunderte und die Region Ostfalen. Die beiden machen Station an Oker, Ilse und Radau und begegnen unseren Vorfahren.

 

Dahms lässt Vater und Tochter teilhaben an wichtigen historischen Ereignissen, etwa der Ohrumer Sachsentaufe im Jahr 780, als Karl der Große die Sachsen zwang, sich taufen zu lassen. Der 46-Jährige: "Wer die Taufe damals nicht annahm, verlor seine Familie, seine Kontakte, einfach alles." Dahms' Kapitel zieht den Leser in die Historie hinein, auch weil es ganz praktische Momente im Leben der Menschen schildert und so Anknüpfungspunkte ermöglicht.

 

Die Rahmenhandlung führt die Hauptfiguren unter anderem auf die Werla, nach Hornburg, Wolfenbüttel und auf Schloss Salzdahlum. Dort wohnen sie im Jahre 1733 der Vermählung von Friedrich von Preußen und Elisabeth Christine von Braunschweig-Wolfenbüttel-Bevern bei.

 

Insgesamt 23Geschichten hat sich Dahms ausgedacht. Im Jahr 2007 hatte er das Ostfalen-Netzwerk mit Sitz in Hornburg gegründet, ein Jahr später den Ostfalia-Verlag übernommen. "Ich bin ein Kind der Region", sagt der Kulturlandschafts-Forscher nicht ohne Stolz. Sein Ziel ist es, nachwachsende Generationen an die Historie der Heimatregion heranzuführen. Hierzu müsse man mit den Menschen sprechen. Wie mit den Martins in Ohrum.

 

Lesung: Der Autor stellt das Buch "Stolpergeschichten" am Sonntag, 15.Juli, im Hornburger Heimatmuseum vor. Beginn ist um 16Uhr.  Anmeldung: (05334) 2234.

 

Buch: 118Seiten, 14,90Euro

 

 

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