Pfalz Werla Das Richtfest Der Westturm der Kaiserpfalz Werla ist wieder aufgebaut.

Richtfest für Westtor und -turm im Archäologiepark Kaiserpfalz Werla
Richtfest für Westtor und -turm im Archäologiepark Kaiserpfalz Werla

Braunschweiger Zeitung, Wolfenbuettel: 9. Juni 2012, Wolfenbütteler Zeitung, Seite L67

 

Wo sich Paare das Ja-Wort geben

 

Im Westturm soll ein Trauzimmer eingerichtet werden - erste Einblicke in das rekonstruierte Bauwerk

 

Von Stephanie Memmert

 

WERLABURGDORF. Für nahezu 250000 Euro ist das Westtor der Kaiserpfalz Werla innerhalb von einem Jahr rekonstruiert worden. In luftiger Höhe schlug Landtagspräsident Hermann Dinkla den letzten Nagel in das hölzerne Dach des Turms.

"Seien Sie bitte vorsichtig dabei, damit wir hinterher nicht haften müssen", rief ihm Werlaburgdorfs Bürgermeister Helmut Wilm, Bauherr der Kaiserpfalz Werla, zu. Damit hatte er die Lacher schon auf seiner Seite.

 

Bei wahrhaftem Kaiserwetter brachte Zimmermeister Michael Sperling den Richtspruch aus: "Es ist ein schöner, alter Brauch des Turmes Richtfest zu begehen. Dem Bürger zum Nutzen, der Gemeinde zum Stolz!" Und wie es bei dem Brauch üblich ist, zerwarfen der Zimmermeister und der Landtagspräsident anschließend ihre Schnapsgläser.

 

Zehn Jahre ist es her, dass der CDU-Landtagsabgeordnete Frank Oesterhelweg und Schladens Samtgemeindebürgermeister Andreas Memmert die Idee hatten, die Werla wieder zum Leben zu erwecken. 1,5 Millionen Euro haben sie seitdem zusammengetragen, um das Projekt voranzubringen.

 

Memmerts Dank galt vor allem der Curt-Mast-Jägermeister-Stiftung, der Volks- und Raiffeisenbank-Stiftung Niedersachsen, der Volksbank Börßum/Hornburg und der Volksbank Nordharz. Er erinnerte aber auch an jene 15 Menschen, die über das Projekt "50 Top" unter der Leitung von Archäologe Markus Blaich damit begannen, die Reste der Werla freizulegen. Das Projekt versammelte Menschen, die dem dritten Arbeitsmarkt angehörten.

 

Memmert, der auch Standesbeamter ist, freute sich schon auf seine "erste standesamtliche Trauung nach 800 bis 900 Jahren im Westturm", denn dort, in der guten Stube der Werla, soll ein Trauzimmer eingerichtet werden.

 

Dinkla bezeichnete die Werla als eine Aufgabe, die noch viele Überraschungen bringen könne. "Jetzt können wir erahnen, wie es in der Glanzzeit hier ausgesehen haben mag", sagte Dinkla.

 

Der Archäologiepark Kaiserpfalz Werla ist heute das flächengrößte Baudenkmal Norddeutschlands. "Die Werla wird noch viele Rätsel aufgeben", war sich Dinkla sicher. Sie biete die Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte.

 

Stefan Winghart, Präsident des Niedersächsischen Landesamtes für Denkmalpflege, berichtete, dass bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft ein Antrag zur Finanzierung der weiteren Forschung zur Geschichte der Kernburg gestellt worden sei.

 

"Wir wissen viel über Otto den Großen, aber wenig über Otto Normalverbraucher", sagte Oesterhelweg. Allein die Magd Mazeka sei überliefert. Elke Frobese schlüpfte in diese Rolle und sammelte Spenden zur Finanzierung von Kaffee und Kuchen, serviert von Angela Landwehrs Team.

 

Wird der Archäologiepark Kaiserpfalz Werla Touristen in die Region locken?

 

 

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